Archiv für die ‘Schulenburg Nord’ Kategorie

… und weg. (Teil 73)

Manche mögen es einfach, wenn Krawall ist. Andere überraschende Zaungäste sind fasziniert von der graziel-gnadenlosen Kraft des Geräts. Für mich ist es einmal mehr ein gebanntes Verfolgen, wie aus drinnen draußen wird. Was Damaskes in diesen Tagen innerlich mit sich ausmachen, den Abbruch ihres Zuhauses vor Augen, mag ich mir nicht ausmalen. Für Kai Riechers […]

Noch ein Stück mehr vom nichts mehr da (Teil 72)

Gut zwei Jahre sind vergangen seit dem letzten Blick auf das Verschwinden. Gut, das stimmt nicht so ganz. Es gab zwischendurch Einblicke in – neue – Baustellen. Gewohntes Klettern über Kabel und durch geländerlose Treppenhäuser. Ungewohntes Wissen darum, dass hier nicht so schnell etwas verschwinden wird. Hier nicht. Aber dort. Kurz: Familie Damaske hat mit […]

Bewegende Bilder (Teil 71)

Okay, einen haben wir noch … Die HAZ hat einen Film gedreht während der Abbrucharbeiten Ende September 2013 an der Nordbahn. Betroffen waren die Häuser Nummer 35/37 (das Vierparteienhaus der Ruhrgas AG), Nummer 36 (das Haus der Familie Münkel) und schließlich Nummer 39 (das Haus der Familie Dahlke). Mit Karl-Heinz Dahlke bin ich seinerzeit auf […]

Geschenktes Leben (70)

Einmal so richtig Platz haben. Für Texte. Für Bilder! Und: Zeit haben. Als Nachrichten-Durchlauferhitzer einer Tageszeitung eine traumhafte Vorstellung. Ich hatte die Zeit. Zweieinhalb Jahre für die Recherche. Knapp eineinhalb kamen hinzu, in denen dieser Blog wuchs. In jeder Woche, Schicht um Schicht. Hier im Netz, wo viel Platz ist und wo jeder zusehen kann. […]

Im Schutt zurück nach vorn (Teil 69)

Ok. Ich lag falsch. Der Sommer 2013 hat sich längst auf die andere Erdhalbkugel verzogen. Und ich liege, na, besser: stehe immer noch hier. In irgendeinem Acker mit verschlammten Schuhen und fotografiere Bruch. Das Dorf Schulenburg-Nord ist nicht, wie in der Blog-Einleitung einst prophezeit, verschwunden. Jedenfalls nicht ganz. Wenn in diesen Novemberschlusstagen auch die letzten […]

Auffangbecken (Teil 68)

Manchem Nachbar ist kein Entrinnen. Im Guten wie im Schlechten. Wer also am Ende der Welt wohnt, weil ihm zwei Landebahnen den Weg abschneiden, kann sich so oder so nicht frei machen vom Getöse nebenan. Doch was dort lärmt, macht Arbeit. Gibt Arbeit, wenn es andernorts nicht mehr so recht gehen will. Für Herbert Damaskes […]

Nicht leiden können gibt’s nicht (Teil 67)

Haus Nummer 22. Das ist nicht nur die Geschichte einer Fuhrmannsfamilie über eine gute Handvoll an Generationen. Es ist auch die Geschichte besonderer Freundschaft. Es ist die Geschichte des gütlichen Wegsehens, des in Ruhe Lassens mit Herzensbildung – vielleicht aber auch nur die Geschichte eines eher gemütlichen Dorfpolizisten, der es leid war, mit dem Rad […]

Von denen, die nichts zurücklassen (Teil 66)

Herbst 2013. Draußen plattert Novemberregen im Dämmerungsgrau gegen die Scheiben. Immerhin einer, der unverdrossen wütet. Drinnen brüte ich über den Einstieg in den Ausstieg. Über die letzte Familiengeschichte dieses – meines? – Noch-Dorfes. Mein erzählerisches Finale spielt im Haus Nummer 1, möchte man von des Dorfes einziger Kreuzung an zu zählen beginnen. Es trägt heute […]

Neumodischer Kram aus grauer Vorzeit (Teil 65)

Es sind nicht gerade sprudelnde Wirtschaftswunderzeiten, in denen sich Heinrich Schaperjahn entschließt, seinen Weg alleine zu wagen. Anfang der 30-er. Das sind die Jahre, aus denen die Kinder jener Tage im Nord-Dorf von Arbeitslosen erzählen, die des Sommers unweit der Tonkuhle ihr Zelt aufschlagen. Sie haben sonst nichts zu tun – und sonst nichts zum […]

Bombenprinzessin (Teil 64)

Da stehe ich nun. Nach einem zweijährigen Rundgang durchs Dorf. Stehe an des Dorfes einziger Kreuzung mit des Dorfes zwei einzigen bewohnten Häusern. Der Rest in Sicht ist schweigsamer Acker. Nummer 26 und 22 stehen noch. Zwei Häuser, deren Geschichte dicht miteinander verwoben ist. Und deren Schicksal womöglich gänzlich unterschiedlich sein wird. Das eine, die […]